Die Ferienspiele in Bürstadt sind bewusst vielseitig gestaltet. Statt jedes Jahr dasselbe Ferienprogramm zu wiederholen, greifen die Stadt Bürstadt und die Sozialagentur Fortuna unterschiedliche Themen auf und machen sie für Kinder und Jugendliche erlebbar.
Mal geht es um Glück und persönliche Stärken, mal um Zukunft und Nachhaltigkeit, um Bewegung und Gemeinschaft oder um Kunst, Kreativität und den eigenen Ausdruck. Die wechselnden Themen bilden den Rahmen für eine pädagogisch begleitete Ferienwoche, in der Kinder und Jugendliche ausprobieren, entdecken, gestalten und miteinander lernen können.
Dabei werden Themen nicht theoretisch vermittelt. Sie werden durch Bewegung, Spiel, Kunst, Handwerk, Experimente, Kommunikation, Ausflüge und gemeinschaftliche Projekte erfahrbar gemacht. Die Kinder erhalten unterschiedliche Zugänge und können entsprechend ihrer Interessen und Fähigkeiten eigene Erfahrungen sammeln.
Unterschiedliche Themen – ein gemeinsamer pädagogischer Gedanke
Hinter den wechselnden Ferienprogrammen steht ein gemeinsamer Ansatz: Kinder und Jugendliche sollen sich selbst als handlungs- und gestaltungsfähig erleben.
Sie dürfen eigene Ideen entwickeln, Entscheidungen treffen, Neues ausprobieren und gemeinsam Lösungen finden. Nicht jedes Ergebnis muss von Anfang an feststehen und nicht jeder Versuch muss sofort gelingen. Gerade das Ausprobieren, Verändern und Weitermachen schafft wertvolle Lerngelegenheiten.
Kreative und erlebnispädagogische Angebote können so Selbstwirksamkeit, Eigeninitiative, Problemlösefähigkeit, Fantasie, Ausdauer und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken.
Gleichzeitig sind die Ferienspiele ein sozialer Erfahrungsraum. Kinder und Jugendliche verbringen mehrere Tage miteinander, lernen neue Menschen kennen, bringen unterschiedliche Vorstellungen ein und müssen gemeinsame Wege finden. Zuhören, Rücksicht nehmen, mitreden, Kompromisse finden, Verantwortung übernehmen und unterschiedliche Sichtweisen respektieren werden dadurch Teil des Ferienalltags.
Von Glück bis Zukunft – Themen, die Kinder betreffen
Wie vielfältig dieser Ansatz umgesetzt werden kann, zeigen die Ferienspiele der vergangenen Jahre.
Unter dem Motto „Die Wege des Glücks“ wurde das Thema Glück beispielsweise über Bewegung, Kunst, Handwerk, Kommunikation und gemeinsames Spielen betrachtet. Workshops, Klettern, die Erkundung des Bildungs- und Sportcampus, Graffiti und ein gemeinsamer Familiennachmittag machten ein zunächst abstraktes Thema auf ganz unterschiedlichen Wegen zugänglich.
Mit „Die Welt in 15 Jahren“ rückten anschließend Zukunftsfragen in den Mittelpunkt: Wie möchten wir künftig leben? Wie kann eine nachhaltige Stadt aussehen? Welche Rolle spielen Mobilität, soziale Verantwortung und demokratische Mitgestaltung? Die Kinder und Jugendlichen wurden dabei nicht nur mit Zukunftsthemen konfrontiert, sondern dazu eingeladen, eigene Vorstellungen und Ideen für das Bürstadt von morgen zu entwickeln.
So werden gesellschaftliche Themen auf eine Ebene gebracht, auf der Kinder selbst tätig werden können. Nachhaltigkeit und Demokratie bedeuten dann nicht nur, darüber zu sprechen, sondern gemeinsam etwas zu entwerfen, Entscheidungen zu treffen und zu erleben: Meine Ideen zählen und ich kann meine Umgebung mitgestalten.
Bewegung, Begegnung und Bürstadt entdecken
Auch die Sommerferienspiele zeigen die Bandbreite des Angebots. Hier können Sport, Bewegung, Ausflüge, Vereinsangebote und das Kennenlernen des eigenen Lebensumfeldes stärker in den Vordergrund rücken.
Für den Sommer 2026 wurden beispielsweise mehrere unterschiedliche Ferienwochen geplant. Neben einer Vereinswoche mit den Schwerpunkten Gemeinschaft, Fairness und Kreativität steht eine Woche unter dem Gedanken „Entdecken, bewegen, staunen“. Mit „Bürstadt erzählt – deine Geschichte“ wird wiederum der Blick auf die Menschen, Geschichten und das unmittelbare Lebensumfeld der Kinder gerichtet.
Damit wird auch Bürstadt selbst zum Lern- und Erlebnisraum. Vereine, Einrichtungen, der Bildungs- und Sportcampus und weitere Orte der Stadt können in die Ferienspiele einbezogen werden. Kinder lernen dadurch nicht nur neue Freizeitmöglichkeiten kennen, sondern entwickeln auch eine stärkere Verbindung zu ihrem eigenen Wohnort.
Die Zusammenarbeit mit Vereinen und weiteren Akteuren hat dabei einen zusätzlichen sozialen Wert: Kinder begegnen Menschen und Angeboten, zu denen sie möglicherweise auch über die Ferien hinaus einen Zugang finden.
Kreativität als Raum für den eigenen Ausdruck
In den Herbstferien kann wiederum ein ganz anderer Schwerpunkt gesetzt werden. Kreativität wird dabei bewusst nicht auf klassisches Basteln oder Malen reduziert.
Beim „Kreativ-Abenteuer Bürstadt“ stehen beispielsweise Gestalten, Experimentieren, Bauen, Werken, Forschen und Erfinden nebeneinander. Kunst, Graffiti, Experimente sowie Werk- und Bauprojekte ermöglichen Kindern und Jugendlichen, verschiedene Ausdrucksformen kennenzulernen und eigene Stärken zu entdecken.
Die grundlegende Idee dahinter zeigte sich bereits bei früheren Herbstferienspielen unter dem Motto „Kunst. Musik. Graffiti – Deine Ideen, dein Style, dein Beat“. Malerei, Fotografie, Graffiti, DJing und sogar KI-Kunst wurden genutzt, um Kindern und Jugendlichen unterschiedliche Formen des kreativen Ausdrucks zu eröffnen.
Kreativität wird damit zum pädagogischen Erfahrungsraum: Eine eigene Idee wird sichtbar, aus verschiedenen Materialien entsteht etwas Neues oder gemeinsam entwickelt eine Gruppe ein Werk. Kinder erleben unmittelbar, dass sie mit ihrem eigenen Handeln etwas erschaffen und verändern können.
Gemeinsam mit der Stadt
Ein wesentlicher Bestandteil der Bürstädter Ferienspiele ist die Zusammenarbeit mit den Menschen und Strukturen vor Ort.
Die Sozialagentur Fortuna übernimmt die professionelle pädagogische Begleitung und verbindet die Ferienangebote mit Kooperationspartnern wie Vereinen, dem Interkulturellen Büro, dem Quartiersbüro und weiteren Akteuren. Das Jugendhaus Bürstadt bildet dabei einen wichtigen Ausgangspunkt, gleichzeitig werden der Bildungs- und Sportcampus und weitere Orte der Stadt in die Angebote einbezogen.
So entstehen Ferienspiele, die Betreuung, Freizeit, Bildung, Beteiligung und soziales Lernen miteinander verbinden.
Der Anspruch ist dabei nicht, Kinder während der Ferien lediglich zu beschäftigen. Wir möchten ihnen Räume eröffnen, in denen sie neugierig sein dürfen, Gemeinschaft erfahren, eigene Fähigkeiten entdecken, ihre Meinung einbringen und etwas Neues wagen können.
Jede Ferienzeit erzählt deshalb eine andere Geschichte – aber immer mit demselben Ziel: Kinder und Jugendliche darin zu stärken, sich selbst, ihre Gemeinschaft und ihre Umwelt aktiv mitzugestalten.
Was bleiben soll
Am Ende einer Ferienspielwoche zählen nicht nur die gebauten Werke, gewonnenen Spiele oder unternommenen Ausflüge.
Es sind die Erfahrungen dahinter:
Ich kann etwas.
Meine Ideen zählen.
Ich kann Neues ausprobieren.
Ich gehöre dazu.
Und gemeinsam können wir etwas gestalten.
Genau diese Erfahrungen möchten wir Kindern und Jugendlichen mit unseren Ferienspielen ermöglichen.

